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Papa, ich habe da eine Leiche...

Kein Buch entsteht, weil man einfach losschreibt. Nein, die Handlung muss überlegt werden, die Menschen, Schauplätze, Jahreszeiten usw. Und es muss recherchiert werden. Das klingt leichter, als es ist. Einen Blogbeitrag zu meiner regulären Recherche werde ich demnächst online stellen. Dies hier ist eine reale Situation aus meinem Leben.

 

 

Ich persönlich lese alles, was eine gute Handlung hat. Doch bei meinen Büchern hat sich bisher eines herausgestellt: Ich beende meine Bücher niemals OHNE eine Leiche in der Geschichte!

Und ab und an stand ich vor einem Problem: Wie sollte ich eine alte, verweste Leiche beschreiben?

 

Dieses Problem hat mich erst einmal zu Tante Google gebracht. Ich war sowohl über die Genauigkeit von Google erstaunt, als auch über meinen festen Magen. Jedoch hat mich Google nicht weiter gebracht.

 

Nun, was sollte ich also an einem Sonntagabend machen? Mein Vater hat 40 Jahre lang bei der Berufsfeuerwehr gearbeitet, ich hoffte, dass er mir helfen könnte. Wenn nicht, hätte mir immer noch meine Stiefmutter helfen können. Immerhin arbeitet sie seit Jahren als Krankenschwester.

 

So habe ich meinem Vater eine SMS geschickt.

 

Ich: „Du, wie sieht eine erfrorene Leiche nach ca. 2 Wochen aus?“

Mein Vater: „Nicht mehr so gut. Warum?“

Ich: „Ich brauche diese Information mal. Sie ist für mich wichtig.“

Mein Vater: „Warum brauchst du die? Was hast du gemacht?“

 

DANKE! Es ist wirklich erstaunlich, was mir mein Vater alles zutraut!

 

Ich wieder: „Papa, ich brauche das für mein Buch.“

Mein Vater: „Schreibst du dir das auf?“

Ich: „Papa, ich brauche das für einen Roman. Wie sieht sie aus.“

Mein Vater: „Eklig.“

 

Leicht genervt tippte ich die nächste SMS in mein Handy.

 

Ich: „Gut, wie sind die Stufen der Verwesung?“

 

Ich bekam meine Antwort. Jedoch hat mein Vater mir nicht vertraut und mich am nächsten Tag noch einmal angerufen. Er erzählte mir, dass er sehr erschrocken war, von meiner Nachricht.

Nun, ich von seiner Antwort allerdings auch.

Und ich habe eines gelernt: Das nächste Mal frage ich wohl meinen Hausarzt!

© by T.E. Lind, 05.07.2016 - 2018

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